Viele Mitarbeitende nutzen private KI-Tools wie ChatGPT längst im Alltag, im Unternehmen fehlen aber oft klare Regeln dafür. In diesem Video zeigt Pascal, warum diese Lücke zu Frustration, Schatten-IT und Kündigungen führt und wie du als Unternehmer den Einsatz von KI sicher und sinnvoll gestaltest.
Die besten Mitarbeitenden nutzen künstliche Intelligenz privat längst selbstverständlich. Sie planen damit Reisen, erledigen ihre Steuererklärung oder verwalten das private Haushaltsbudget, meistens mit Gratisversionen von Tools wie ChatGPT. Studien zeigen, dass 60 bis 80 Prozent der Mitarbeitenden im Bereich Wissensarbeit heute täglich privat mit solchen Tools arbeiten, oft direkt auf dem Handy. Sie schreiben E-Mails damit, fassen Dokumente zusammen oder planen ihre Ferienreise. Gelernt wird das heute kaum mehr in einem Kurs, sondern einfach durch die tägliche Anwendung im Alltag.
Im Arbeitsalltag sieht die Situation oft anders aus. Mitarbeitende finden im Büro keine Antwort auf ihre Bedürfnisse und lösen ihre Probleme dann einfach nicht über den Einsatz von künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz. Eine Accenture-Studie zeigt das konkret: 94 Prozent der Führungspersonen in Unternehmen nutzen bereits KI, bei den Mitarbeitenden sind es aber nur gerade 27 Prozent. Das ist eine der grössten Lücken im europäischen Vergleich.
Ein Blick zurück in die Zeit der ersten Computer im Büro hilft, den heutigen Umbruch einzuordnen. Firmen, die damals auf der Schreibmaschine beharrten, wurden für Mitarbeitende schnell unattraktiv. Wer sich als Arbeitgeber bewähren wollte, setzte auf die moderne Technologie, den Computer. Mit künstlicher Intelligenz steht heute ein ganz ähnlicher Punkt an, nur entwickelt sich die Technologie viel schneller, und der Erwartungsdruck der Mitarbeitenden ist bereits da, bevor Firmen überhaupt reagieren können. Was passiert, wenn Frustration zum Kündigungsgrund wird? Mitarbeitende, die privat längst mit KI-Tools arbeiten, aber im Geschäft jedes E-Mail von Hand formulieren müssen, empfinden das zunehmend als Rückschritt. Eine Befragung in Deutschland zeigt, dass die meisten trotzdem zu privaten KI-Tools greifen, ohne dass die Firma davon weiss.
Genau das nennt man Schatten-IT, und sie gehört in vielen Betrieben längst zum Alltag. Das Risiko dabei: Mitarbeitende geben sensible Daten gratis in fremde Systeme ein, sei es interne E-Mail-Entwürfe oder sogar strategische Dokumente. Kein Unternehmer will das, doch genau das passiert, wenn das Thema nicht aktiv mitgestaltet, sondern erfolgreich ignoriert wird. Die ambitioniertesten Mitarbeitenden zeigen dann irgendwann die kalte Schulter und wechseln zu einem Mitbewerber, der in die Zukunft investiert. Auch bei Bewerbenden verschiebt sich der Fokus: Bald wird eine der ersten Fragen im Bewerbungsgespräch lauten, wie der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag aussieht. Wer darauf keine überzeugende Antwort hat, verliert Talente bereits vor der Vertragsunterschrift. Ein moderner, KI-fähiger Arbeitsplatz wird damit Teil der Arbeitgebermarke, genauso wie flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice.
Was heisst das nun für dich als Unternehmerin oder Unternehmer? Erstens: Die Nutzung im Betrieb sollte erlaubt und nicht verboten sein. Zweitens: Kläre sichere, wiederkehrende Anwendungsfälle, zum Beispiel E-Mails beantworten, Protokolle schreiben oder Dokumente durchsuchen. Drittens: Zeige den Mitarbeitenden, dass sie sich Kompetenz im Umgang mit KI aneignen können und sich damit auch persönlich weiterentwickeln. Wer das ernst nimmt, macht aus einem grossen Risiko eine echte Chance für sich und seine Mitarbeitenden.
Wir schauen deine Ausgangslage an und sagen dir, was sich lohnt und was nicht. Ohne Verpflichtung.