Viele Unternehmen automatisieren Prozesse, die im Alltag nerven, statt jene, die sich betriebswirtschaftlich wirklich rechnen. In diesem Video zeigt Pascal, mit welchen fünf Kriterien du lohnenswerte Automatisierungspotenziale identifizierst und wie du den Return on Investment sauber kalkulierst. Zudem erfährst du, welche laufenden Kosten fast immer vergessen gehen.
Im Alltag geschieht es immer wieder: Ein Teammitglied kopiert Woche für Woche Bestelldaten manuell vom Onlineshop in die Buchhaltung, Zeile für Zeile. Niemand hinterfragt den Ablauf, weil er schon seit Jahren so gelebt wird. Wenn dann das Thema Automatisierung auf den Tisch kommt, stürzen sich viele Firmen spontan auf jene Abläufe, über die sich das Team gerade am lautesten beklagt.
Wie stark ein Prozess nervt, entscheidet jedoch nicht darüber, ob sich eine Automatisierung wirtschaftlich auszahlt. Die wirklich teuren Zeitfresser laufen meist unbemerkt im Hintergrund. Schweizer Studien zeigen, dass administrative Routineaufgaben in KMU bis zu 10 % der gesamten Arbeitskosten binden können. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Was nervt am meisten? Sondern: Was kostet das Unternehmen über das gesamte Jahr gerechnet am meisten Geld?
Um festzustellen, ob sich ein Ablauf für eine Automatisierung eignet, haben sich fünf klare Kriterien bewährt:
Um die Wirtschaftlichkeit zu prüfen, braucht es kein komplexes Controlling-Studium, sondern drei konkrete Kennzahlen:
Ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Ein Ablauf beansprucht dreimal wöchentlich je 30 Minuten, also rund 70 Stunden im Jahr. Bei einem internen Stundensatz von CHF 60.– bindet diese manuelle Aufgabe rund CHF 4'200.– pro Jahr. Betragen die einmaligen Implementierungskosten CHF 4'000.– und die jährlichen Lizenz- sowie Wartungskosten CHF 600.–, spart das Unternehmen bereits ab dem zweiten Betriebsjahr jährlich über CHF 3'500.– an reiner Arbeitszeit ein.
Viele Unternehmen kalkulieren lediglich die Softwarelizenz gegen die eingesparte Arbeitszeit. Digitale Systeme sind jedoch keine Maschinen, die man einmal anstellt und für die nächsten zwanzig Jahre vergisst. Schnittstellen ändern sich, Sicherheitsupdates werden eingespielt und Cloud-Systeme entwickeln sich weiter.
Ohne laufendes Monitoring und definierte Betreuung laufen fehlerhafte Automatisierungen oft wochenlang unbemerkt im Hintergrund, bis sich Kundschaft beschwert. Eine realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung bezieht daher die laufende Wartung von vornherein ein.
Ebenso gilt ein zentraler Grundsatz: Niemals einen Prozess automatisieren, der in sich unlogisch oder kaputt ist. Wer einen umständlichen Prozess mit überflüssigen Genehmigungsschleifen automatisiert, erhält lediglich einen schnellen, ineffizienten Prozess. Vor jeder Automatisierung steht immer die Bereinigung des Ablaufs.
Wir schauen deine Ausgangslage an und sagen dir, was sich lohnt und was nicht. Ohne Verpflichtung.