Anfang 2025 sorgte das chinesische KI-Modell DeepSeek weltweit für Schlagzeilen: Es erreichte in vielen Tests eine ähnliche Leistung wie ChatGPT, wurde aber zu einem Bruchteil der Kosten entwickelt und als Open Source veröffentlicht. Seither fragen sich viele KMU, ob sie DeepSeek im Unternehmen einsetzen können oder sollten. In diesem Leitfaden erfährst du, was DeepSeek ist, wer dahintersteht, wie es sich von ChatGPT und Mistral unterscheidet, welche Datenschutz- und Zensurfragen es gibt und wann ein Einsatz im Unternehmen vertretbar ist. Was ist DeepSeek? DeepSeek ist ein grosses Sprachmodell, vergleichbar mit ChatGPT, Claude oder Gemini. Es beantwortet Fragen, schreibt und übersetzt Texte, programmiert und löst Aufgaben, die logisches Denken erfordern. Bekannt wurde vor allem das Modell R1, das Anfang 2025 veröffentlicht wurde. Nutzen lässt sich DeepSeek über eine Website und App, über eine Programmierschnittstelle (API) oder, weil die Modellgewichte frei verfügbar sind, auf eigenen Servern. Wer steht hinter DeepSeek? DeepSeek ist ein chinesisches Unternehmen mit Sitz in Hangzhou, gegründet 2023 von Liang Wenfeng. Finanziert wird es vom Hedgefonds High-Flyer, den Liang Wenfeng ebenfalls leitet. Das Unternehmen untersteht damit chinesischem Recht, was für Datenschutz und Inhalte eine wichtige Rolle spielt. Ist DeepSeek besser als ChatGPT oder Mistral? Bei vielen Aufgaben wie Textverarbeitung, Programmierung oder Mathematik liegt DeepSeek leistungsmässig in einer ähnlichen Liga wie die bekannten westlichen Modelle. Seine Stärken sind die tiefen Kosten und die Offenheit: Die Modelle können frei heruntergeladen und angepasst werden. Für ein Schweizer KMU ist die Leistung aber selten das entscheidende Kriterium. Wichtiger sind Datenschutz, Vertragssicherheit und die Einbindung in bestehende Systeme. Hier haben westliche Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder das französische Unternehmen Mistral klare Vorteile: Sie bieten Unternehmensverträge, verbindliche Zusagen zur Vertraulichkeit und teilweise Datenverarbeitung in Europa. Wie sich die gängigen KI-Tools für Unternehmen unterscheiden, zeigt unser KI-Tools-Vergleich. Datenschutz: Was Unternehmen wissen müssen. Gemäss seiner Datenschutzerklärung speichert und verarbeitet DeepSeek die Daten der Web- und App-Nutzung in China. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hält fest, dass China kein mit der Schweiz vergleichbares Datenschutzniveau erreicht, und rät zu besonderer Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Daten. Ein Verbot gibt es in der Schweiz nicht. In anderen Ländern sind die Behörden strenger vorgegangen: Die italienische Datenschutzbehörde sperrte den Zugang zur App, und Südkorea stoppte die Verbreitung vorübergehend. Für Unternehmen bedeutet das: Werden Kundendaten, Personendaten von Mitarbeitenden oder vertrauliche Geschäftsinformationen in die gehostete Version von DeepSeek eingegeben, landen diese in einem Land ohne angemessenes Datenschutzniveau. Das ist mit dem Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG) kaum vereinbar. Wird DeepSeek zensiert? Ja. Die gehostete Version von DeepSeek weicht politisch sensiblen Themen aus, die für die chinesische Regierung heikel sind, etwa den Ereignissen auf dem Tiananmen-Platz 1989 oder der Lage der Uiguren. Teilweise beginnt das Modell eine Antwort und ersetzt sie anschliessend durch einen Hinweis, das Thema liege ausserhalb seines Rahmens. Für Recherche, Analysen oder Texte zu gesellschaftlichen und politischen Themen ist DeepSeek deshalb nur eingeschränkt geeignet. Drei Wege, DeepSeek zu nutzen. Website, App oder API von DeepSeek: Daten werden in China verarbeitet. Für Unternehmensdaten nicht zu empfehlen. Über Drittanbieter: Einige Cloud- und KI-Plattformen bieten DeepSeek-Modelle auf eigenen Servern an, teilweise in Europa. Hier hängt die Beurteilung vom jeweiligen Anbieter und seinem Vertrag ab. Auf eigenen Servern: Weil die Modellgewichte frei verfügbar sind, kann DeepSeek ohne Datenübermittlung nach China betrieben werden. Das erfordert aber leistungsfähige Hardware und technisches Know-how, die die meisten KMU nicht haben. Und die inhaltlichen Einschränkungen aus dem Training bleiben bestehen. Wo kann ein Unternehmen DeepSeek einsetzen? Grundsätzlich eignet sich DeepSeek für dieselben Aufgaben wie andere Sprachmodelle: Texte entwerfen, zusammenfassen, übersetzen, Ideen sammeln oder Code schreiben. Vertretbar ist der Einsatz der gehosteten Version höchstens für Aufgaben ohne Personendaten und ohne vertrauliche Informationen, etwa für allgemeines Brainstorming. Für Kundenservice, Personalwesen, Offerten oder interne Dokumente ist eine KI-Lösung mit klaren Datenschutzgarantien die bessere Wahl. Wichtig ist eine klare Regel im Unternehmen. Ohne sie nutzen Mitarbeitende DeepSeek und andere Gratis-Tools auf eigene Faust, und es entsteht Schatten-IT. Mehr dazu unter Was ist Schatten-IT? Fazit. DeepSeek ist technisch beeindruckend und günstig, für den Einsatz in Schweizer KMU aber mit erheblichen Datenschutz- und Inhaltsrisiken verbunden. Für den Arbeitsalltag mit Kunden- und Geschäftsdaten empfiehlt sich eine KI-Plattform mit Unternehmensvertrag, klaren Zusagen zur Vertraulichkeit und Datenverarbeitung in Europa. Wer DeepSeek dennoch nutzen will, sollte es höchstens für unkritische Aufgaben einsetzen oder auf einer kontrollierten eigenen Infrastruktur betreiben. BeeBase hilft KMU, die passende KI-Lösung datenschutzkonform einzuführen, und erarbeitet im KI-Orientierungs-Workshop eine klare KI-Richtlinie für dein Team. Wenn du eine konkrete Frage klären möchtest, kannst du eine Expertensession buchen.
Anfang 2025 sorgte das chinesische KI-Modell DeepSeek weltweit für Schlagzeilen: Es erreichte in vielen Tests eine ähnliche Leistung wie ChatGPT, wurde aber zu einem Bruchteil der Kosten entwickelt und als Open Source veröffentlicht. Seither fragen sich viele KMU, ob sie DeepSeek im Unternehmen einsetzen können oder sollten.
In diesem Leitfaden erfährst du, was DeepSeek ist, wer dahintersteht, wie es sich von ChatGPT und Mistral unterscheidet, welche Datenschutz- und Zensurfragen es gibt und wann ein Einsatz im Unternehmen vertretbar ist.
DeepSeek ist ein grosses Sprachmodell, vergleichbar mit ChatGPT, Claude oder Gemini. Es beantwortet Fragen, schreibt und übersetzt Texte, programmiert und löst Aufgaben, die logisches Denken erfordern. Bekannt wurde vor allem das Modell R1, das Anfang 2025 veröffentlicht wurde. Nutzen lässt sich DeepSeek über eine Website und App, über eine Programmierschnittstelle (API) oder, weil die Modellgewichte frei verfügbar sind, auf eigenen Servern.
DeepSeek ist ein chinesisches Unternehmen mit Sitz in Hangzhou, gegründet 2023 von Liang Wenfeng. Finanziert wird es vom Hedgefonds High-Flyer, den Liang Wenfeng ebenfalls leitet. Das Unternehmen untersteht damit chinesischem Recht, was für Datenschutz und Inhalte eine wichtige Rolle spielt.
Bei vielen Aufgaben wie Textverarbeitung, Programmierung oder Mathematik liegt DeepSeek leistungsmässig in einer ähnlichen Liga wie die bekannten westlichen Modelle. Seine Stärken sind die tiefen Kosten und die Offenheit: Die Modelle können frei heruntergeladen und angepasst werden.
Für ein Schweizer KMU ist die Leistung aber selten das entscheidende Kriterium. Wichtiger sind Datenschutz, Vertragssicherheit und die Einbindung in bestehende Systeme. Hier haben westliche Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder das französische Unternehmen Mistral klare Vorteile: Sie bieten Unternehmensverträge, verbindliche Zusagen zur Vertraulichkeit und teilweise Datenverarbeitung in Europa. Wie sich die gängigen KI-Tools für Unternehmen unterscheiden, zeigt unser KI-Tools-Vergleich.
Gemäss seiner Datenschutzerklärung speichert und verarbeitet DeepSeek die Daten der Web- und App-Nutzung in China. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hält fest, dass China kein mit der Schweiz vergleichbares Datenschutzniveau erreicht, und rät zu besonderer Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Daten. Ein Verbot gibt es in der Schweiz nicht. In anderen Ländern sind die Behörden strenger vorgegangen: Die italienische Datenschutzbehörde sperrte den Zugang zur App, und Südkorea stoppte die Verbreitung vorübergehend.
Für Unternehmen bedeutet das: Werden Kundendaten, Personendaten von Mitarbeitenden oder vertrauliche Geschäftsinformationen in die gehostete Version von DeepSeek eingegeben, landen diese in einem Land ohne angemessenes Datenschutzniveau. Das ist mit dem Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG) kaum vereinbar.
Ja. Die gehostete Version von DeepSeek weicht politisch sensiblen Themen aus, die für die chinesische Regierung heikel sind, etwa den Ereignissen auf dem Tiananmen-Platz 1989 oder der Lage der Uiguren. Teilweise beginnt das Modell eine Antwort und ersetzt sie anschliessend durch einen Hinweis, das Thema liege ausserhalb seines Rahmens. Für Recherche, Analysen oder Texte zu gesellschaftlichen und politischen Themen ist DeepSeek deshalb nur eingeschränkt geeignet.
Grundsätzlich eignet sich DeepSeek für dieselben Aufgaben wie andere Sprachmodelle: Texte entwerfen, zusammenfassen, übersetzen, Ideen sammeln oder Code schreiben. Vertretbar ist der Einsatz der gehosteten Version höchstens für Aufgaben ohne Personendaten und ohne vertrauliche Informationen, etwa für allgemeines Brainstorming. Für Kundenservice, Personalwesen, Offerten oder interne Dokumente ist eine KI-Lösung mit klaren Datenschutzgarantien die bessere Wahl.
Wichtig ist eine klare Regel im Unternehmen. Ohne sie nutzen Mitarbeitende DeepSeek und andere Gratis-Tools auf eigene Faust, und es entsteht Schatten-IT. Mehr dazu unter Was ist Schatten-IT?
DeepSeek ist technisch beeindruckend und günstig, für den Einsatz in Schweizer KMU aber mit erheblichen Datenschutz- und Inhaltsrisiken verbunden. Für den Arbeitsalltag mit Kunden- und Geschäftsdaten empfiehlt sich eine KI-Plattform mit Unternehmensvertrag, klaren Zusagen zur Vertraulichkeit und Datenverarbeitung in Europa. Wer DeepSeek dennoch nutzen will, sollte es höchstens für unkritische Aufgaben einsetzen oder auf einer kontrollierten eigenen Infrastruktur betreiben.
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